Außer den im Nebbienschen Gartenhaus  aus-gestellten großen Werken hat er noch Impressionen von Hydra in zahlreichen kleinen Skizzenbüchern festgehalten, die nur darauf warten, in Mußezeiten als größere Kunstwerke umgesetzt zu werden. Aber reicht ein Leben dafür aus? Außerdem war er in den Jahren 1982 bis 1995 bereits zwanzig Mal auf Hydra und inzwischen träumt er von einer anderen Insel, die er noch nicht kennt: vielleicht Lanzarote? Dann aber plant er, die Dinge nur mit dem Bleistift festzuhalten, (was ich mir persönlich bei der Fülle an Farbtönen auf den kanarischen Inseln nicht vorstellen kann, zumal er traumhafte farbige Meereslandschaften mit Schiffen in seiner frühen Zeit auf Hydra aquarelliert hat). Rückert malt keine Motive der Einsamkeit, aber er hat sie gerne gelebt, um sich ganz intensiv mit seiner Kunst auseinanderzusetzen. Deshalb hat er auf der griechischen Insel auch in Ruhe und Stille seine Romantik gefunden, um die hier ausgestellten Kunstwerke zu schaffen.

Die Insel Hydra – laut Beschreibung von Rückert – ist eine rauhe Insel im Saronischen Golf, dem Peloponnes vorgelagert und die Stadt erscheint, wie Henry Miller in seinem Roman „Der Koloss von Marussi” schreibt, wie ein einziges, großes Amphitheater. Es gibt keine Strände und die Wege sind steil und karg. Kapitäns- und Herrenhäuser künden vom einstigen Reichtum der Bewohner, an den prachtvollen verfallenen Palästen aus Naturbaustein erkennbar. Und wie der Name lautet, gab es damals eine Überfülle an Wasser. Für viele Künstler wurde die Insel zu einem Refugium zur Inspiration. Rückert meint: „Man muss ein Romantiker sein, um sich dort wohl zu fühlen“. Die Mauern, die den Weg säumen, werden von der Natur überwuchert und solche Details verzaubern ihn und geben ihm die unendliche Geduld, solche Details künstlerisch und minutiös umzusetzen.

Hydras Landschaft und seine „objets trouvés“ waren 13 Jahre sein künstlerisches  Anliegen und andere Reisen wie z.B. nach Burma, Thailand und Vietnam  haben die tiefe Sehnsucht nach dieser romantischen

Einsamkeit der Insel  nicht auslöschen können. Inzwischen hat er entdeckt, dass auch Frankfurt diese Gegenstände seiner Malleidenschaft aufzuweisen hat, und er wird uns damit – hoffentlich bald – eine neue Produktion seiner Kunst präsentieren.


Frau Dr. Linda-Maria Starbatty zur Vernissage der Ausstellung „Impressionen einer Insel“ des Frankfurter Künstlerclubs im Nebbienschen Gartenhaus.

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